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Das Wochenende, an dem Dogiwood fast zum Betriebssystem wurde

Ein geplanter Serverumzug verwandelt sich in eine Mischung aus IT-Forensik, Patch-Chaos und einem langen Gespräch mit C.O.C.O. Am Ende ist klar: Nicht Dogiwood muss sich dem neuen Server anpassen – der neue Server muss Dogiwood verstehen lernen.

Man kennt diese Wochenenden.

Am Freitag denkt man noch ganz entspannt: „Ich ziehe Dogiwood mal eben auf den neuen Server.“

Am Sonntagmorgen sitzt man dann mit Kaffee vor zwei Webservern, drei Patchständen und gefühlt 700 Sicherheitsregeln und fragt sich, ob Benji inzwischen Root-Rechte beantragt hat.

Was als normaler Serverumzug begann, entwickelte sich ziemlich schnell zu einer Mischung aus LAN-Party der 90er, IT-Forensik und einem sehr langen Gespräch mit C.O.C.O.

Die Ausgangslage klang eigentlich simpel: Dogiwood läuft auf Lima seit Ewigkeiten erstaunlich stabil. Also sollte ein neuer Rootserver her – mehr Leistung, mehr Freiheit, mehr Möglichkeiten.

Was soll schon passieren?

Nun ja.

Alles.

Zuerst stellte sich heraus, dass Datenbank nicht gleich Datenbank ist. MariaDB sah zunächst vernünftig aus, Dogiwood war anderer Meinung. Also flog MariaDB wieder raus und Percona kam hinein, damit sich die Datenbanken wenigstens wieder heimisch fühlen konnten.

Danach war phpMyAdmin an der Reihe. Natürlich nicht einfach öffentlich. Wenn schon, dann lokal, per SSH-Tunnel und möglichst so abgesichert, dass selbst ich irgendwann nicht mehr hineinkomme.

Mission erfüllt.

Anschließend ging es um die Rechte. STRATO sagte sinngemäß: „Hier darf niemand irgendwas.“

Dogiwood antwortete: „Ich müsste aber kurz eine Datei schreiben.“

„Nein.“

„Nur eine.“

„NEIN.“

Und irgendwo im Hintergrund saß C.O.C.O. mit verschränkten Pfoten und verweigerte die Bauabnahme.

Zwischendurch tauchte dann Patch 680 auf. Oder besser gesagt: mehrfach.

Auf Lima erfolgreich. Auf STRATO gescheitert. Dann wieder Lima. Dann wieder STRATO.

Irgendwann war ich selbst nicht mehr ganz sicher, welcher Server gerade welchen Patch gesehen hatte. Das Ganze hatte etwas von: „Wer hat Benji zuletzt gesehen?“

„Bei Lima.“

„Nein, eben war er noch auf STRATO.“

„Dann ist das da wahrscheinlich nur sein Cache.“

Sehr beruhigend.

Der eigentliche Höhepunkt kam allerdings erst später. Wir suchten stundenlang nach Fehlern im Dogiwood-Code: Stylesheets, Pfade, News, Blog, Routing – alles wurde verdächtigt.

Bis irgendwann die ziemlich offensichtliche Frage auftauchte: Moment mal. Warum funktioniert derselbe Code auf Lima eigentlich problemlos?

Da fiel der Groschen.

Lima läuft mit Apache. STRATO mit Nginx.

Dogiwood besitzt inzwischen hunderte kleine Regeln, .htaccess-Dateien, Rewrites, Header, ErrorDocuments und Sonderwege, die über Jahre still und friedlich mit Apache zusammengewachsen sind.

Nginx schaut diese Dateien dagegen ungefähr so an: „Nett. Und was soll ich damit?“

Damit stand die wichtigste Erkenntnis des gesamten Wochenendes fest: Wir müssen Dogiwood nicht dem neuen Server anpassen. Der neue Server muss lernen, Dogiwood zu verstehen.

Eigentlich logisch. Man installiert ja auch kein Linux-Programm unter Windows und verändert danach 15.000 Programmdateien, bis es irgendwie läuft.

Und Dogiwood ist inzwischen ohnehin weniger eine Website als ein kleines Betriebssystem mit Hunden.

Die Strategie lautet deshalb jetzt: Lima ist die Referenz. Was dort funktioniert, gilt. STRATO wird Stück für Stück so eingerichtet, dass es sich möglichst genauso verhält.

Apache. PHP-FPM. Rewrites. Rechte. Extensions. Host-Erkennung. HTTPS.

Und Dogiwood selbst? Das lassen wir endlich in Ruhe.

Die Stars hatten ohnehin genug Stress. Theo versucht weiterhin, seriös zu wirken. Benji hat wahrscheinlich irgendwo eine Konsole offen. C.O.C.O. kontrolliert jeden einzelnen Dateihash. Rhonda findet die Tapeten auf STRATO noch immer fragwürdig.

Und Ronja und Lilly? Die kuscheln inzwischen einfach mit dem Lama.

Ganz ehrlich: Nach diesem Wochenende ist das vermutlich die vernünftigste Entscheidung im gesamten Dogiwood-Team.

Trotz allem war das Wochenende keineswegs umsonst. Der neue Server ist heute deutlich sicherer, die Datenbanken passen, die Architektur ist verstanden, Lima funktioniert weiterhin als Rettungsanker – und wir wissen endlich, wo wir wirklich suchen müssen.

Wenn STRATO heute Abend dann Apache bekommt und Dogiwood plötzlich sagt: „Ach so. Warum habt ihr das nicht gleich gesagt?“ – dann werde ich vermutlich sehr lange lachen.

Oder schlafen.

Wahrscheinlich beides.

Schönes Restwochenende aus Dogiwood.

Und falls heute noch irgendjemand „nur noch schnell einen Patch“ sagt: C.O.C.O. hat Hausverbot verteilt.

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