
Dogiwood hat das Serverchaos überlebt
Ein geplanter Serverumzug entwickelte sich zur technischen Großbaustelle – mit Datenbanken, Warnlampen, einem widerspenstigen Radio und einer übermotivierten C.O.C.O. Am Ende wurde trotzdem alles grün.
Es ist offiziell: Dogiwood lebt noch.
Das klingt zunächst nach einer eher überschaubaren Nachricht. Wer in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen dabei gewesen wäre, hätte vermutlich eher gesagt: Dogiwood lebt NOCH.
Dabei begann alles mit einem völlig vernünftigen Plan: Wir ziehen einfach mit dem Server um.
Unser altes Zuhause bei Lima-City sollte Stück für Stück durch einen eigenen Server bei STRATO ersetzt werden. Dateien rüber, Datenbanken rüber, Schalter umlegen, Kaffee trinken. Ein überschaubarer Hostingwechsel, dachte man. Also theoretisch.
Praktisch entwickelte sich die Sache ungefähr so, als würde man das Wohnzimmer renovieren wollen und drei Stunden später feststellen, dass inzwischen das Dach abgedeckt, die Wasserleitung verlegt und im Keller eine archäologische Ausgrabungsstätte eröffnet wurde.
Zunächst bekam Dogiwood ein komplett neues technisches Zuhause. Der neue Server wurde eingerichtet, die Seiten zogen um, sämtliche Datenbanken wurden transportiert und alles bekam die Umgebung, in der es künftig wohnen sollte. Dabei zeigte sich schnell: Ein Server kann durchaus Charakter haben.
Der alte sagte sinngemäß: „Das haben wir hier schon immer so gemacht.“
Der neue antwortete: „Davon weiß ich nichts.“
Also wurde übersetzt, angepasst, getestet, zurückgebaut und erneut getestet. Zwischendurch gab es vermutlich auch Gespräche mit dem Bildschirm, die technisch nicht zwingend notwendig, emotional aber durchaus verständlich waren.
Besonders beliebt war das kleine Spiel: Warum funktioniert es auf dem alten Server, aber hier nicht?
Die Antwort lautete erstaunlich oft: Weil.
Irgendwann liefen dann die Webseiten. Danach die Datenbanken. Danach die Zertifikate. Danach die Backups. Danach das Monitoring. Und plötzlich war aus dem neuen Server tatsächlich das neue Zuhause von Dogiwood geworden.
Natürlich wäre es viel zu einfach gewesen, an dieser Stelle einfach fertig zu sein.
Kaum waren die großen Baustellen erledigt, meldeten sich die kleinen Bewohner des Systems zu Wort. DogiFY wollte weiterhin Radio spielen – möglichst ohne alle paar Minuten so zu tun, als wäre gerade Sendeschluss. C.O.C.O. überprüfte derweil pflichtbewusst das gesamte Imperium und produzierte zeitweise mehr Warnlampen als ein Weihnachtsbaum auf Starkstrom.
Ein erheblicher Teil dieser Warnungen stellte sich später als historische Überreste heraus: alte Sicherungen, frühere Versionen und technische Fossilien aus vergangenen Dogiwood-Zeiten.
Wir hatten also nicht nur einen Server umgezogen. Nebenbei war auch noch ein kleines Museum für digitale Altlasten entdeckt worden.
Sogar ein längst vergessenes WordPress tauchte kurzzeitig wieder auf. Niemand hatte danach gefragt. Es war einfach da – wie ein Verwandter, den man seit 1998 nicht gesehen hat und der plötzlich beim Sonntagsessen am Tisch sitzt.
Auch StarChat wollte seinen Beitrag zum Drama leisten. Kurz nachdem eigentlich wieder Ruhe eingekehrt war, entschied sich die Seite für einen klassischen 500er-Serverfehler.
Die Ursache: C.O.C.O. hatte es mit dem Beschützen etwas zu gut gemeint und ihren Wachposten mitten in den Programmcode gestellt.
Bildlich gesprochen:
„Coco, bewach bitte die Tür.“
„Verstanden. Ich mauere mich direkt in die Tür.“
Das wurde inzwischen korrigiert. StarChat läuft wieder, und C.O.C.O. weiß nun etwas genauer, wo sie Wache stehen darf.
Dann wollte auch noch die Dogiwood-Control-Desktop-App Aufmerksamkeit. Sie lief. Man konnte sie nur nicht sehen.
Nachdem wir sie freundlich darauf hingewiesen hatten, dass eine Desktop-Anwendung gelegentlich auch ein Fenster zeigen sollte, erschien zunächst ein komplett leeres Fenster. Offenbar wollte auch die App ihren ganz eigenen kreativen Beitrag zum Serverumzug leisten.
Inzwischen startet sie wieder ordentlich und bekommt dafür gleich ein eigenes Update.
Und irgendwo zwischen Datenbanken, Zertifikaten, Backups, Radio, StarChat, Desktop-App, Statusanzeigen und C.O.C.O. passierte schließlich das Unglaubliche: Alles wurde grün.
Nicht metaphorisch. Unsere Statusanzeigen wurden tatsächlich wieder grün.
Dogiwood war umgezogen. Die Webseiten liefen. Die Datenbanken liefen. Die Backups liefen. Das Radio spielte weiter. StarChat schrieb wieder. C.O.C.O. bewachte wieder Dinge, ohne sie dabei versehentlich kaputtzumachen.
Und der neue Server stand da, als wäre nie etwas gewesen.
Natürlich wissen wir es besser.
Dieser Umzug war kein einfacher Hostingwechsel. Es war eher „Dogiwood – Das Musical: Serverumzug mit 14 Datenbanken, zwei Webservern, einem Radio, einer übermotivierten Schäferhündin und erstaunlich viel Kaffee“.
Aber genau deshalb musste diese Geschichte festgehalten werden. Denn Dogiwood ist nicht einfach nur auf einem neuen Server angekommen. Es hat dabei praktisch seine komplette technische Infrastruktur auseinandergenommen, verstanden, neu zusammengesetzt und anschließend festgestellt: Erstaunlicherweise funktioniert danach sogar noch alles.
Fast alles.
Und für den Rest gibt es schließlich C.O.C.O. Oder einen neuen Patch. Meistens beides.
Dogiwood hat das Chaos überstanden.
Wenn die vergangenen Tage eines bewiesen haben, dann wahrscheinlich dies: Bei Dogiwood stirbt niemand.
Nicht einmal der Server. 😄
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