
Größenwahn kennt keine Grenzen: Dogiwood hat jetzt Fernsehen
Dogiwood hat einen eigenen Fernsehsender: DOGIFLIX – Dogiwood TV. Zwischen Ladebalken, Pfotenabdrücken und großen Plänen läuft inzwischen unser eigenes Programm.
Andere Menschen sitzen abends auf dem Sofa und fragen: „Was läuft denn heute im Fernsehen?“
Ich sitze abends auf dem Sofa und denke: „Warum habe ich eigentlich noch keinen eigenen Fernsehsender?“
Eine völlig normale Frage. Zumindest dann, wenn im Kopf bereits mehrere Hunde ein Filmstudio betreiben und Benji jede neue Idee grundsätzlich für eine Beförderung hält.
Es fing mit einem harmlosen Satz an: „Wir könnten doch das Radio auch mit Videos machen.“
Mehr war es zunächst nicht. Ein kleiner Gedanke. Ganz unschuldig. Ungefähr so unschuldig wie Theo, wenn er neben einer leeren Leckerli-Packung steht und behauptet, die sei schon vorher leer gewesen.
Ein paar Stunden später hatte der Gedanke einen Namen, eine eigene Domain und ein laufendes Programm: DOGIFLIX – Dogiwood TV.
Wer einschaltet, landet mitten im Film. Wie früher beim Fernsehen. Nur dass man bei uns deutlich häufiger einen Hund mit verkehrt herum aufgesetzter Basecap sieht.
Benji hat sich selbstverständlich umgehend zum Programmdirektor ernannt.
„Ich entscheide, was läuft.“
Coco sah das ein wenig anders: „Du entscheidest höchstens, ob du vorher dein Zimmer aufräumst.“
Die erste Sitzung der Senderleitung wurde daraufhin vertagt.
Natürlich lief nicht sofort alles reibungslos. Zunächst begrüßte uns die Website mit „Service Unavailable“. Ein beeindruckend minimalistisches Programm, auf Dauer allerdings etwas eintönig.
Danach war zwar die Seite da, aber der Sender aus. Den Einschalter hatten wir so gründlich versteckt, dass sogar ich ihn suchen musste.
Ein eigener Fernsehsender ist offenbar leichter zu bauen als ein vernünftiges Menü.
Als endlich Filme liefen, meldete sich der Fernseher zu Wort. Mit Puffern. Viel Puffern.
Theo hielt das zunächst für eine künstlerische Pause.
Benji: „Das ist Spannung!“
Coco: „Das ist ein Ladebalken.“
Inzwischen haben wir eine kleinere TV-Version unserer Filme getestet – und siehe da: Es läuft. Nun bereitet der Server die Filmsammlung nach und nach für seinen neuen Nebenjob als Fernsehanstalt vor.
Er wurde dazu nicht befragt. Ich möchte seine Antwort auch lieber nicht hören.
Was kommt ins Programm? Unsere Filme natürlich. Dazu Teaser, Werbung aus dem eigenen Dogiwood-Kosmos und kleine Einspieler mit unseren Stars.
Auch die Radio-Nachrichten bekommen ihren Platz. Die vorhandene Audio bleibt erhalten, darüber läuft ein passendes Video. Zur vollen Stunde darf dann selbst der spannendste Film kurz Platz machen.
Benji findet das problematisch.
„Was, wenn ich gerade meinen großen Auftritt habe?“
Coco sieht die Sache pragmatischer: „Dann werden die Zuschauer zwischendurch wenigstens informiert.“
Für eingeplante Premieren gehört Donnerstag um 20:15 Uhr künftig ganz offiziell zum Dogiwood-Kalender.
Hollywood hat rote Teppiche. Wir haben Pfotenabdrücke und vermutlich irgendwo noch einen Staubsauger.
Wer mitten im Film einschaltet und erst noch Popcorn machen musste, kann den laufenden Film von vorn starten – sofern die Funktion freigeschaltet ist. Danach geht es zurück ins gemeinsame Programm.
Benji wollte zusätzlich einen Knopf namens „Nur meine Szenen“.
Abgelehnt.
Theo beantragte „Kühlschrankpause“.
In Prüfung.
Coco verlangte „Alle gehen jetzt schlafen“.
Dieser Antrag betrifft vor allem die Geschäftsführung.
Dogiwood ist nach wie vor ein kleines, unabhängiges Herzensprojekt. Hier steckt kein Medienkonzern dahinter. Hier sitzt einer, der Geschichten erzählen möchte und offenbar Schwierigkeiten damit hat, nach „Das funktioniert jetzt“ einfach Feierabend zu machen.
Aber heute war tatsächlich dieser besondere Moment da: Die eigenen Filme liefen auf dem Fernseher. Im eigenen Programm. Auf dem eigenen Sender.
Da darf man kurz grinsen. Auch ziemlich breit.
Morgen kümmern wir uns um den bequemeren TV-Modus und flüssigere Filmwechsel. Heute arbeitet der Server weiter, während die menschliche Abteilung langsam Richtung Bett verschwinden sollte.
Benji hat allerdings schon die nächste Frage: „Brauchen wir jetzt nicht auch einen Nachrichtenhubschrauber?“
Coco hat ihm daraufhin den WLAN-Zugang entzogen.
Willkommen bei Dogiflix.de.
Größenwahn kennt keine Grenzen. Unser Server hoffentlich schon.
Und zum Schluss gehen noch ganz liebe Grüße an meine zwei Lieblinge. Namen braucht es hier keine – ihr wisst, wer gemeint ist. Fühlt euch gedrückt!
Und jetzt mal ganz ehrlich: Geht es wieder mit dem Sitzen?
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