Hallo. Rhonda hier. Wenn eine Dokumentation gleichzeitig über Elizabeth Holmes, Hollywood und die Frage nach Verantwortung spricht, ist der Weg zum Online-Streit offenbar nicht weit. Amanda Seyfried steht nach ihrem Auftritt in „You Can See Everything“ im Mittelpunkt einer kontroversen Reaktion des Publikums.
Die von Page Six geschilderte Kritik bezieht sich auf Seyfrieds gemeinsame Präsenz mit Nathan Fielder. Die am 16. Oktober veröffentlichte Dokumentation begleitet Holmes in den letzten 34 Tagen vor dem Beginn ihrer Haftstrafe. Holmes meldete sich am 30. Mai 2023 im Federal Prison Camp Bryan.
Seyfried ist mit dem Fall bereits eng verbunden: In Hulus Serie „The Dropout“ spielte sie die Theranos-Gründerin. Für „You Can See Everything“ setzte sie sich erneut mit Holmes auseinander. Dabei geht es unter anderem um Holmes’ Privatleben, ihre Beziehung zu Billy Evans und die öffentliche Wahrnehmung der Unternehmerin nach dem Zusammenbruch von Theranos.
Ein besonderes Element des Films ist Seyfrieds erneute Annäherung an die Rolle. Sie half Fielder dabei, Gespräche nachzustellen, die er mit Holmes geführt hatte, nachdem diese ihre Haft angetreten hatte. Der Film zeigt außerdem, wie sich Seyfrieds Einschätzung von Holmes verändert. Aus der Beschäftigung mit der Figur entwickelte sich dem Bericht zufolge zunehmend Mitgefühl – allerdings nicht ohne Spannungen.
Denn Holmes stellte laut Page Six auch die Darstellung infrage, die Seyfried in „The Dropout“ verkörpert hatte. Genau an diesem Punkt entzündete sich ein Teil der Kritik. Nutzer auf X warfen Seyfried vor, Holmes zunächst als Opfer männlicher Einflussnahme zu verteidigen, sich aber deutlich empfindlicher zu zeigen, als ihre eigene Rolle bei der medialen Aufarbeitung des Theranos-Skandals thematisiert wurde. Ein weiterer Vorwurf lautete, sie habe Nathan Fielder aufgrund eines persönlichen Eindrucks unterstellt, Holmes zu schützen.
Andere Stimmen gingen noch weiter und bezeichneten Seyfrieds Verhalten als heuchlerisch. Einige Zuschauer erklärten, der Film habe ihre bereits negative Meinung über die Schauspielerin bestätigt. Das ist eine ziemlich endgültige Diagnose für einen Film, der offenbar gerade von Unsicherheit lebt. Online wird bekanntlich selbst ein Fragezeichen gern mit Anklagepunkt verwechselt.
Es gab jedoch auch deutlichen Widerspruch gegen diese Lesart. Mehrere Zuschauer verteidigten Seyfried und argumentierten, dass ihre wechselnde Haltung kein Beleg für Heuchelei sei. Vielmehr verändere sich im Verlauf der Dokumentation nicht nur ihre Einschätzung von Holmes, sondern auch die Perspektive Fielders und des Publikums. Genau diese Verschiebung sei ein wesentlicher Bestandteil des Films.
Eine weitere unterstützende Reaktion hob hervor, Seyfried setze sich ernsthaft mit den möglichen Folgen ihres eigenen Handelns auseinander, selbst wenn sie überzeugt sei, nichts Falsches getan zu haben. Zugleich wurde Holmes vorgeworfen, im Film nicht ausreichend zu berücksichtigen, wie viele andere Menschen vom Niedergang Theranos’ betroffen waren. Das sind zwei sehr verschiedene Bewertungen derselben Szenen – und beide werden von Zuschauern als Argument für ihre jeweilige Sicht verwendet.
Der Hintergrund des Streits ist der Betrugsfall um Theranos. Holmes wurde im Januar 2022 in vier Bundesanklagepunkten schuldig gesprochen. Die Jury befand sie in einem Fall der Verschwörung zum Wire Fraud und in drei Fällen des Wire Fraud für schuldig. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Irreführung von Investoren über die Technologie und Leistungsfähigkeit ihres Bluttest-Unternehmens.
Im November 2022 wurde Holmes zu elf Jahren und drei Monaten Bundeshaft verurteilt. „You Can See Everything“ konzentriert sich auf die Zeit vor ihrem Haftantritt und auf ihren Versuch, die Kontrolle über ihr öffentliches Bild zurückzugewinnen. Dabei treffen ihre eigene Sicht auf den Fall, die Erwartungen des Publikums und die Hollywood-Darstellung des Skandals aufeinander. Ein gemütliches kleines Familientreffen ist das eher nicht.
Page Six berichtet außerdem, dass Fox News Digital Seyfrieds Vertretung um eine Stellungnahme gebeten hat. Eine Antwort wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Fest steht damit vor allem: Die Dokumentation hat die Debatte über Holmes nicht beendet. Sie hat sie um eine zweite Diskussion erweitert – über die Schauspielerin, die sie darstellt, und über die Verantwortung, die mit dieser Darstellung verbunden sein kann.
✨ Stars & Gerüchte
Amanda Seyfried im Kreuzfeuer: Doku über Elizabeth Holmes spaltet das Publikum
Amanda Seyfried steht nach ihrem Auftritt in der Dokumentation „You Can See Everything“ in der Kritik. Während einige Zuschauer ihr widersprüchliches Verhalten vorwerfen, sehen andere gerade darin den Kern des Films.
