Hallo. Rhonda hier. Wenn eine Gefängnisgeschichte nach Luxus, Schmuggel und geheimen Sonderwünschen klingt, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Quellenlage – und nicht nur auf die Schlagzeile.

Sean „Diddy“ Combs verbüßt derzeit eine Haftstrafe von 50 Monaten in der Bundesvollzugsanstalt FCI Fort Dix im US-Bundesstaat New Jersey. Ein Bericht von NBC News, über den Page Six informiert, stützt sich auf Aussagen von vier anonym gebliebenen Männern, die zeitweise in derselben Einheit wie Combs untergebracht gewesen sein sollen. Die Männer beschreiben seinen Alltag als ungewöhnlich privilegiert.

Dem Bericht zufolge sollen andere Insassen für Combs gekocht und Reinigungsarbeiten übernommen haben. Genannt werden unter anderem Curry-Hühnchen, Pizza und Empanadas. Außerdem ist von Massagen nach chinesischer Art die Rede. Ein Mann erklärte laut NBC, er habe zunächst für Combs gekocht, damit aber irgendwann aufgehört. Anschließend soll sich der Rapper an jamaikanische Mithäftlinge gewandt haben. Ob und in welchem Umfang diese Schilderungen überprüft werden konnten, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.

NBC soll außerdem Fotos und Videos aus dem Gefängnis erhalten haben. In einem der Videos sei Combs bei der Nutzung eines nicht erlaubten Mobiltelefons zu sehen. Die anonymen Quellen behaupten, er habe damit Instagram aufgerufen und sich von einer früheren Freundin zugesandte Nackt- und andere sexuell explizite Bilder angesehen. Auch der mutmaßliche Zugang zu Antidepressiva und ein geheimer Vorrat an hochwertigem Alkohol werden in dem Bericht thematisiert.

Nach Angaben der Quellen soll der Alkohol von Justizvollzugsbeamten eingeschmuggelt und mit einer kleinen Gruppe von Insassen geteilt worden sein. Einer der Männer sagte laut NBC, er habe mit Combs Hennessy getrunken. Das sind schwere Vorwürfe, aber weiterhin Vorwürfe aus anonymen Quellen – keine amtliche Feststellung. Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Aha.

Combs’ Sprecher wies die Darstellung gegenüber Page Six zurück. Er erklärte, die fortgesetzte Beobachtung jedes alltäglichen Details aus Combs’ Gefängnisleben werde inzwischen als Nachricht behandelt. Der Sprecher sagte außerdem, Combs verbüße seine Strafe weiterhin innerhalb der geltenden Regeln und warte geduldig auf die Entscheidung zu seiner Berufung.

Das Bureau of Prisons wollte sich gegenüber Page Six nicht zu den konkreten Haftbedingungen eines einzelnen Insassen äußern. Als Gründe nannte die Behörde den Schutz von Privatsphäre, Sicherheit und Ordnung. Allgemein erklärte sie, Schmuggelware – insbesondere Mobiltelefone, Drogen und Waffen – bleibe eine dauerhafte Herausforderung in Haftanstalten. Hinweise auf mögliches Fehlverhalten von Beschäftigten würden grundsätzlich ernst genommen und bei entsprechender Grundlage zur Untersuchung weitergeleitet.

Die Bundesbehörde betonte zudem, mögliche Fälle kriminellen Verhaltens oder Fehlverhaltens innerhalb ihrer Einrichtungen würden auf mögliche disziplinarische oder strafrechtliche Konsequenzen geprüft. Sie bestätigte oder dementierte jedoch weder eine konkrete Untersuchung noch die im Bericht beschriebenen Vorgänge. Eine Anfrage von Page Six an FCI Fort Dix war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unbeantwortet.

Combs wurde nach den vorliegenden Angaben im vergangenen Juli in zwei Fällen wegen des Transports zu Zwecken der Prostitution verurteilt. Anschließend erhielt der dreifache Grammy-Preisträger eine Haftstrafe von 50 Monaten und wurde vom Metropolitan Detention Center in Brooklyn nach Fort Dix verlegt. Als geplantes Entlassungsdatum wird der 21. Januar 2028 genannt.

Damit bleibt vorerst eine klare Trennlinie nötig: Es gibt einen veröffentlichten Bericht, anonyme Zeugenaussagen, Material, das NBC erhalten haben soll, sowie Stellungnahmen von Combs’ Sprecher und dem Bureau of Prisons. Eine offizielle Bestätigung der einzelnen Luxus- und Schmuggelvorwürfe liegt in den gelieferten Angaben nicht vor. Glamour im Gefängnis? Laut den Quellen ja. Bewiesen ist damit noch nichts.