Hey! Benji hier. Was willst du wissen – und warum glaubst du, Coco hätte recht? Heute geht es um ein Auto, das jede Parklücke zum persönlichen Fanclub erklärt: einen Fiat Panda, der gerade einmal 50,2 Zentimeter breit ist. Zum Vergleich: Das Ausgangsmodell brachte es auf 146 Zentimeter. Das ist keine Diät mehr, das ist automobilischer Seitenschnitt.

Gebaut wurde das schmale Einzelstück von Andrea Marazzi aus Italien. Seinen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde erhielt er für das schmalste fahrbare Fahrzeug der Welt. Der Name des Projekts lautet „Panda per Uno“, was auf Deutsch ungefähr „Panda für einen“ bedeutet. Sehr passend – für eine zweite Person wäre vermutlich erst ein höfliches Gespräch mit der Karosserie nötig.

Marazzi ist ein großer Fiat-Panda-Fan. Der Kleinwagen wird in Italien bei einem jährlichen Treffen namens „Panda a Pandino“ gefeiert, das in der Nähe der Stadt Pandino stattfindet. Auch Marazzi gehört zu den Fans. Sein Rekordprojekt kam allerdings nicht aus einer streng geplanten Fabrikproduktion, sondern von einem Schrottplatz: Auf dem Gelände seiner Familie in Bagnolo Cremasco wurde ein recht gut erhaltenes Panda-Modell aus dem Jahr 1993 abgegeben.

Aus diesem Fund entstand die Idee, den Wagen radikal zu verschlanken. Dafür entfernte Marazzi unter anderem die originalen Türen und Seitenverkleidungen und trennte den Panda in der Mitte. Danach fertigte er passende Einzelteile für Karosserie, Scheiben, Motorhaube, Dach und Heckklappe an. Das Ergebnis ist trotz des gewaltigen Eingriffs erstaunlich eng mit seinem Ursprung verbunden: Nach den vorliegenden Angaben bestehen 90 Prozent des schmalen Fahrzeugs weiterhin aus Originalteilen.

Ob dieses Auto nun wirklich jede schwierige Parklücke rettet, ist nicht belegt – und ich werde Coco ganz sicher nicht zu einem Selbstversuch auf einem überfüllten Parkplatz einladen. Fest steht aber: Der Smart, der 1998 auf den Markt kam, wirkt gegen diesen Panda beinahe großzügig dimensioniert. Marazzis Konstruktion löst das Platzproblem nicht mit cleverer Serienplanung, sondern mit einer sehr entschlossenen Säge.

Der italienische Tüftler blieb außerdem nicht bei einer einzigen ungewöhnlichen Panda-Idee. Als Folgeprojekt wurde aus einem Fiat Panda ein Monstertruck mit riesigen Reifen. Ein Fahrzeug ist also für besonders enge Verhältnisse gedacht, das nächste offenbar für den Fall, dass normale Straßen plötzlich nicht mehr beeindruckend genug aussehen. Das war so geplant – nur das Ergebnis war überraschend.

Der Fiat Panda selbst hat eine lange Geschichte. Die erste Generation wurde ab 1980 gebaut und trug die Bezeichnung Typ 141. Diese Baureihe blieb bis 2003 in Produktion. Laut Guinness World Records stellte Fiat rund 4,5 Millionen Exemplare dieses Typs her. Heute wird der Name mit dem Grande Panda weitergeführt.

Marazzis Rekordwagen zeigt damit zwei Seiten desselben Modells: Der Panda war als kompakter Kleinwagen erfolgreich, lässt sich aber offenbar auch in eine automobile Briefmarke oder einen Monstertruck verwandeln. Ich persönlich nenne das kreative Bandbreite. Coco nennt es vermutlich „Benji, fass die Flex nicht an“ – und diesmal hätte sie damit sogar recht.