Hallo. Rhonda hier. Wenn ein Fall so schwer wiegt, bleiben wir bei den Fakten – und lassen das Drama dort, wo es ohnehin schon reichlich vorhanden ist.

Jim Thornton, 61, ist laut einer von Page Six veröffentlichten Mitteilung von Sony Pictures Television Studios mit sofortiger Wirkung aus seinem Arbeitsverhältnis bei „Wheel of Fortune“ entlassen worden. Demnach ging der Entscheidung eine Untersuchung eines Vorfalls während eines Fluges voraus. Zuvor hatte Sony Thornton zunächst suspendiert und erklärt, das Unternehmen sei auf Vorwürfe gegen ihn aufmerksam geworden.

Der konkrete Vorfall ereignete sich laut Page Six am 14. Mai auf einem American-Airlines-Flug von Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina nach Los Angeles. Ein Passagier, der neben Thornton gesessen haben soll, fotografierte ihn dem Bericht zufolge beim Betrachten und Lesen einer Internetseite sowie beim mutmaßlichen Schreiben in einem Chat. Die Website „lifeline.chat“ bezeichnet sich laut der Darstellung als Angebot für Menschen mit pädophilen Gedanken und beansprucht, psychische Unterstützung zu bieten.

Page Six berichtet, dass in zwei der Fotos Nachrichten in einem Eingabefeld zu sehen seien, die später unter dem Nutzernamen „NicholasB77“ in den Chatroom gesendet worden seien. Die abgebildete Unterhaltung soll ungefähr eine Stunde gedauert haben. In den Nachrichten ging es unter anderem um Kinder, sexuelle Bemerkungen und weitere Inhalte, die Page Six als verstörend einordnete. Ob Thornton tatsächlich hinter dem Nutzernamen stand, wird in dem Bericht nicht unabhängig bestätigt; die Zuordnung beruht auf den Aufnahmen und der Darstellung des Mediums.

American Airlines bestätigte gegenüber Page Six, dass das betreffende Flugzeug nach der Landung am Los Angeles International Airport von Einsatzkräften erwartet worden sei. Auslöser seien Bedenken eines Kunden an Bord gewesen. Zur Art des Vorfalls machte die Airline laut Bericht keine weiteren Angaben. Sprecher von Thornton, American Airlines und Sony Pictures Television Studios hatten auf frühere Anfragen von Page Six zunächst nicht unmittelbar reagiert.

Thorntons Anwältin Allison Hart weist die Vorwürfe zurück. Sie erklärte Page Six zufolge, ihr Mandant habe nichts Unrechtes getan. Thornton engagiere sich im Bereich Suizidprävention und nutze sowohl 988lifeline.org als auch das zugehörige Chatforum chat.988lifeline.org. Ein Bekannter aus diesem Bereich habe ihn nach Harts Darstellung zu einer ähnlich klingenden Adresse weitergeleitet – zu „lifeline.chat“.

Hart zufolge habe Thornton die Seite verlassen, als er erkannt habe, worum es dort gehe, und sie anschließend nicht mehr besucht. Die Anwältin erklärte außerdem, die Website selbst sei nicht illegal und enthalte keine rechtswidrige Kinderpornografie oder andere pädophile Inhalte. Sie betonte, Thornton habe zu keinem Zeitpunkt Kinderpornografie angesehen, heruntergeladen oder konsumiert – weder auf dem Flug im Mai noch zu einem anderen Zeitpunkt.

Nach Angaben seiner Anwältin wurde Thornton weder festgenommen noch strafrechtlich angeklagt. Die Polizei habe unmittelbar bestätigt, dass kein Verbrechen vorliege, und ihm die Weiterreise erlaubt, behauptete Hart. Das Los Angeles International Airport Police Department und das Los Angeles Police Department äußerten sich gegenüber Page Six zunächst nicht. Ein FBI-Sprecher erklärte dem Bericht zufolge, die Behörde bestätige oder dementiere grundsätzlich nicht, ob Ermittlungen existierten.

Damit stehen derzeit zwei deutlich unterschiedliche Darstellungen nebeneinander: Page Six verweist auf die Fotos und die darin dokumentierte Chatkommunikation, während Thornton über seine Anwältin bestreitet, etwas Falsches getan oder strafbare Inhalte konsumiert zu haben. Bestätigt ist die arbeitsrechtliche Konsequenz: Sony Pictures Television Studios beendete Thorntons Beschäftigung bei „Wheel of Fortune“ nach eigener Darstellung mit sofortiger Wirkung. Alles Weitere bleibt, soweit es in den vorliegenden Angaben nicht geklärt ist, entsprechend zu behandeln – als Vorwurf, nicht als festgestellte Schuld.