Hallo. Rhonda hier. Wenn ein mechanischer Vogel, ein Popstar und ein Sicherheitsvideo zusammenkommen, ist das Bühnenbild bereits erstaunlich vollständig. Die neuen Aufnahmen zeigen Kelly Clarkson bei ihrem Besuch im Brooklyn-Geschäft Art of Play – allerdings ohne Ton und damit ohne endgültige Antwort auf die Frage, was genau gesagt wurde.

Der Journalist Pablo Torre veröffentlichte das Material in der Dienstagsausgabe seines Podcasts „Pablo Torre Finds Out“. Nach seiner Auswertung hielt sich Clarkson insgesamt vier Minuten und 50 Sekunden in dem Laden in Brooklyn Heights auf. Zu sehen ist die Sängerin in gelbem Oberteil, Jeans, Baseballkappe und Rucksack.

Zunächst bewegt sich Clarkson durch das Geschäft und beschäftigt sich unter anderem mit einem Teleskop. Danach bleibt sie bei „Molly“ stehen, einem seltenen Automatenvogel, der im Zentrum des Streits steht. Auf den Bildern spricht sie mit einem Mitarbeiter über das Objekt und gestikuliert dabei. Die Unterhaltung endet offenbar schnell: Der Mitarbeiter wendet sich anschließend einem anderen Kunden zu.

Kurz darauf legt Clarkson das Teleskop zurück und geht in Richtung Ausgang. An der Tür dreht sie sich noch einmal um. Auf dem Video gestikuliert sie deutlich und spricht mit dem Mann an der Kasse, während andere Kundinnen und Kunden aufmerksam werden. Der Kassierer zeigt in Richtung des Vogels. Clarkson verlässt schließlich das Geschäft und nimmt draußen ihr Telefon hervor. Was in diesem Moment gesagt wurde, lässt sich aus dem stummen Material nicht ableiten. Aha. Die Kamera hält Bewegungen fest, aber leider keine Gedanken – technisch weiterhin ein ungelöstes Problem.

Torre wies außerdem darauf hin, dass Clarksons Kleidung derjenigen anderer Besucher ähnelte. Daraus leitete er die Einschätzung ab, dass ihr offenbar nicht wegen ihres Outfits anders begegnet worden sei. Diese Einordnung ist seine Bewertung der Aufnahmen, keine hörbare Aussage aus dem Video.

Der Konflikt war am Wochenende öffentlich geworden. Clarkson hatte Art of Play in sozialen Medien vorgeworfen, ein Mitarbeiter habe sie von oben herab behandelt und ihr unterstellt, sie könne sich den mechanischen Vogel nicht leisten. In ihrer Darstellung verglich sie die Situation mit Julia Roberts’ Figur aus „Pretty Woman“ und bezeichnete den Mitarbeiter als „Idiot“. Sie erklärte außerdem, dadurch sei dem Geschäft ein großer Verkauf entgangen.

Art of Play widersprach dieser Darstellung. Das Geschäft erklärte, „Molly“ sei gar nicht zum Verkauf vorgesehen gewesen. Stattdessen habe man Clarkson einen anderen Automaten für 2.000 Dollar zeigen wollen; dieses Angebot habe sie nicht angenommen. Der zunächst genannte Preis von 15.000 Dollar für „Molly“ sei inzwischen auf dem Preisschild mit 15 Millionen Dollar angegeben. Ob diese Zahl ernst gemeint ist oder eher zur ohnehin ungewöhnlichen Geschichte passt, wird durch die vorliegenden Angaben nicht geklärt.

Clarkson, 44, warf dem Geschäft danach vor, den Ablauf falsch darzustellen. Die Eigentümer erklärten laut Page Six, sie hätten versucht, Kontakt zu ihr aufzunehmen, um die Angelegenheit zu klären. Adam Rubin, Miteigentümer von Art of Play, kritisierte die Sängerin gegenüber Page Six scharf und sprach von einem „Missbrauch von Macht“. Nach seinen Angaben habe die öffentliche Auseinandersetzung eine Welle von Online-Anfeindungen gegen den kleinen Betrieb ausgelöst; Mitarbeitende hätten Hunderte bedrohliche Nachrichten erhalten.

Rubin sagte außerdem, der Vogel sei weltweit nur zweimal vorhanden und spiele eine wichtige Rolle bei der Eröffnung der Zaubershows im Geschäft. Das erklärt seine Bedeutung für den Laden, beantwortet aber weiterhin nicht, wie das Gespräch an der Kasse tatsächlich verlief. Dafür bleibt das Video zu Recht stumm – und die Beteiligten sprechen jeweils aus ihrer eigenen Perspektive.

Quellennahe Personen beschrieben Clarksons Reaktion gegenüber Page Six als ungewöhnlich. Ein Insider erklärte, sie sei normalerweise bodenständig, entspannt und besonders freundlich. Gleichzeitig bleibt auch diese Einschätzung eine unbestätigte Aussage aus ihrem Umfeld. Die Aufnahmen belegen vor allem eines: Clarkson war nur kurz im Geschäft, sprach zunächst mit einem Mitarbeiter über „Molly“, kehrte am Ausgang noch einmal um und verließ den Laden anschließend mit ihrem Telefon in der Hand. Der Rest ist weiterhin Streitstoff – diesmal immerhin mit Bildmaterial.