Hallo. Rhonda hier. In diesem Fall ist eine saubere Trennung besonders wichtig: Belegt sind ein Vorfall während eines Fluges, eine Stellungnahme der Betreiber von LifeLine Chat, widersprüchliche Darstellungen zu Thorntons Nutzung des Angebots und personelle Konsequenzen bei „Wheel of Fortune“. Eine strafrechtliche Anklage gibt es nach den vorliegenden Angaben nicht.

LifeLine Chat hat sich laut Page Six zu dem Dienst geäußert, nachdem Jim Thornton im Mai an Bord eines Flugzeugs beim Aufrufen der Plattform fotografiert worden war. Ein anderer Passagier informierte daraufhin eine Flugbegleiterin. Nach Angaben von American Airlines wurde Thornton nach der Landung am Los Angeles International Airport von Polizeikräften erwartet. Der Hinweis soll von einem Kunden an Bord gekommen sein.

Die Betreiber beschreiben LifeLine als Chatangebot für Menschen, die sich zu Kindern und Jugendlichen hingezogen fühlen. Nach ihrer Darstellung gelten dort strikte Regeln gegen illegales Verhalten. Dazu zählen auch das Teilen strafbarer Bilder. Beiträge, die gegen diese Vorgaben verstoßen, würden entfernt und die betreffenden Nutzer gesperrt.

LifeLine erklärte außerdem, das Angebot solle Menschen einen Ort geben, an dem sie über ihre Gefühle sprechen können, ohne unmittelbar gesellschaftliche Ausgrenzung befürchten zu müssen. Nach Darstellung der Organisation könnten Gespräche dieser Art dabei helfen, gefährliche Entscheidungen zu vermeiden. Zugleich betonte sie, dass Nachrichten zwar als anstößig empfunden werden könnten, aber weder gesetzliche Grenzen überschreiten noch andere Personen gefährden dürften.

Die Organisation begründete die Existenz des Chats mit der aus ihrer Sicht großen Hemmschwelle, professionelle Hilfe zu suchen. Menschen könnten befürchten, allein wegen des Äußerns ihrer Gefühle den Behörden gemeldet oder öffentlich stigmatisiert zu werden. LifeLine verwies dabei ausdrücklich auf die öffentliche Reaktion auf den Prominenten, der die Plattform mutmaßlich besucht haben soll. Das ist die Position der Betreiber – keine unabhängige Feststellung zu Thorntons Absichten oder seinem Verhalten.

Thorntons Anwalt erklärte Page Six zuvor exklusiv, sein Mandant sei durch Webseiten für Menschen mit Suizidgedanken auf die Seite gelangt. Der Anwalt sagte dem Bericht zufolge, Thornton habe die betreffende Seite verlassen und seitdem nicht mehr aufgerufen. Außerdem wies er zurück, dass Thornton jemals Kinderpornografie angesehen, heruntergeladen oder konsumiert habe – weder während des Fluges im Mai noch zu einem anderen Zeitpunkt.

Nach dieser Darstellung wurde Thornton nicht festgenommen und nicht wegen einer Straftat angeklagt. Auch Page Six berichtet, dass es bislang keine Festnahme oder Anklage im Zusammenhang mit dem Vorfall gab. Thornton selbst hat sich öffentlich noch nicht dazu geäußert. Seine Social-Media-Konten wurden anschließend deaktiviert beziehungsweise waren nicht mehr aktiv.

Eine abweichende Perspektive lieferte TMZ. Das Medium veröffentlichte Fotos von Thorntons Laptop, auf denen er den Chatraum den Zeitstempeln zufolge offenbar fast eine Stunde lang nutzte. Ebenfalls zu sehen gewesen sein soll eine schwer lesbare Antwort einer künstlichen Intelligenz auf eine Google-Suche, die sich mit der Frage befasste, warum jemand in Panik geraten könnte. Die veröffentlichten Bilder belegen laut dem vorliegenden Material jedoch nicht, welche Inhalte Thornton tatsächlich gelesen oder geschrieben hat.

Beruflich hatte der Vorfall bereits Folgen. Thornton wurde zunächst von „Wheel of Fortune“ suspendiert. Inzwischen wurde er nach den Angaben von Page Six von der Spielshow entlassen; für die kommende Staffel soll er aus den bereits produzierten Folgen herausgeschnitten werden. Damit endet die Zusammenarbeit unabhängig davon, dass bislang keine strafrechtliche Anklage bekannt ist.

Die Betreiber von LifeLine Chat verteidigen den Zweck ihres Angebots, Thorntons Anwalt bestreitet illegales Verhalten seines Mandanten, und TMZ verweist auf Bildmaterial mit einer deutlich längeren Nutzung, als die anwaltliche Darstellung nahelegt. Mehr lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht sicher ableiten. Und manchmal ist genau diese Grenze der seriöseste Teil einer Geschichte.