Hey, Benji hier. Wenn der Name Michael J. Fox fällt, denken viele zuerst an Marty McFly und Zeitreisen. Doch Fox hat 1989 eine Rolle übernommen, die mit dem leichtfüßigen Ton von „Zurück in die Zukunft“ kaum weiter entfernt sein könnte: Private Eriksson in Brian De Palmas Vietnam-Kriegsfilm „Die Verdammten des Krieges“ – im Original „Casualties of War“.

Im Mittelpunkt steht eine Einheit, in der Eriksson als einziger Soldat nicht an der Entführung und Vergewaltigung eines vietnamesischen Mädchens teilnehmen will. Der Film erzählt damit keine harmlose Abenteuergeschichte, sondern konfrontiert sein Publikum mit Gewalt, moralischer Verweigerung und den Folgen eines Krieges. Gerade deshalb ist Fox’ Besetzung bemerkenswert: Seine bis dahin besonders bekannte Figur war der jugendliche Marty McFly, während Eriksson in eine deutlich düsterere und belastendere Situation gerät.

De Palma versammelte neben Fox mehrere bekannte Schauspieler vor der Kamera. Zum Ensemble gehören Sean Penn, John Leguizamo, John C. Reilly und Ving Rhames. Trotz dieser Namen und der intensiven Thematik wird „Die Verdammten des Krieges“ im Vergleich zu bekannteren Vietnamfilmen wie „Apocalypse Now“, „Platoon“ oder „Full Metal Jacket“ weniger häufig genannt. Das sagt allerdings nichts über die Bewertung des Films aus: In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik erhielt er die Höchstwertung von fünf Sternen.

Für Fox war das Projekt damals vor allem eine Möglichkeit, sich als Darsteller ernster Charaktere zu zeigen. Der Versuch, nicht dauerhaft auf komödiantische oder jugendliche Rollen festgelegt zu werden, erfüllte sich jedoch nicht vollständig. Heute beurteilt Fox seine Arbeit an dem Film zudem aus einer Perspektive, die ihm während der Dreharbeiten noch fehlte.

Bei Fox wurde zwei Jahre nach der Entstehung des Films Parkinson diagnostiziert. Die Erkrankung beeinflusste seine Karriere im Verlauf der folgenden Jahrzehnte zunehmend. 2020 zog er sich endgültig aus dem Filmgeschäft zurück. Seine eigenen Erfahrungen mit Krankheit und den Veränderungen, die sie mit sich brachte, prägen deshalb auch seinen späteren Blick auf die Rolle des Private Eriksson.

Gegenüber AARP erklärte Fox, er würde „Die Verdammten des Krieges“ noch einmal drehen, wenn er die Zeit zurückdrehen und das, was er durch Parkinson gelernt hat, in die Darstellung einbringen könnte. Er verwies dabei auf ein umfassenderes Verständnis von Grausamkeit, Leid, Schönheit und den widersprüchlichen Seiten des menschlichen Lebens. Es geht in seiner Aussage also nicht darum, den Film abzuwerten. Fox meint vielmehr, dass er die Figur heute mit einer größeren Lebenserfahrung anders angehen würde.

Diese Einschätzung macht den Film nicht kleiner. Sie zeigt, wie sich die Sicht eines Schauspielers auf eine frühere Arbeit verändern kann, wenn zwischen der ursprünglichen Rolle und dem späteren Rückblick Jahrzehnte liegen. 1989 spielte Fox einen Soldaten, der sich einer Tat verweigert, die er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Heute betrachtet er diese Darstellung mit dem Wissen über Erfahrungen, die damals noch vor ihm lagen. Das ist ein ernster Gedanke – und einer, bei dem selbst ich die Basecap kurz gerade rücke.

Auch Quentin Tarantino zählt laut dem vorliegenden Bericht zu den Menschen, die den Film schätzen. Welche Rolle seine Einschätzung später für Fox’ endgültigen Abschied von der Schauspielerei spielte, wird in der Quelle jedoch nicht ausgeführt. Fest steht: „Die Verdammten des Krieges“ bleibt ein ungewöhnlicher und harter Eintrag in Michael J. Fox’ Filmografie – und eine Arbeit, auf die er heute mit Respekt, aber auch mit kritischer Distanz zurückblickt.