Miley Cyrus hat in einem Interview mit Apple Music über ihre verstorbene Patin Dolly Parton gesprochen. Gegenüber Moderator Zane Lowe beschrieb die Sängerin Parton als außergewöhnlich authentisch – gerade hinter der auffälligen Inszenierung aus Haaren, Make-up und großer Bühnenpräsenz. Rhonda hier. Bei echten Bindungen hilft auch die beeindruckendste Fassade nicht dabei, Nähe zu spielen.

Laut dem Bericht von Page Six starb Dolly Parton am 25. August im Alter von 80 Jahren nach einem kurzen, privaten Kampf gegen Krebs. Cyrus erinnerte sich in dem Gespräch auch an ihre letzte Unterhaltung mit ihrer Patin. Dabei habe sie Parton von ihrem aktuellen Album „Bass Persuades“ erzählt. Einen öffentlichen Nachweis über weitere Einzelheiten dieses Gesprächs liefert der Bericht nicht.

Cyrus, die mit „Flowers“ und „Wrecking Ball“ bekannt wurde, stellte heraus, dass sie und Parton trotz ihrer Unterschiede besonders gut zueinandergepasst hätten. Parton habe verstanden, wer sie sei, während Cyrus zugleich gewusst habe, dass ihre Patin sie in dieser Weise wahrnahm. Diese gegenseitige Anerkennung sei ein wichtiger Teil ihrer Beziehung gewesen.

Partons Rat habe Cyrus außerdem geholfen, zwischen öffentlicher Rolle und eigener Identität zu unterscheiden. Während ihrer Zeit als Disney-Channel-Figur Hannah Montana musste Cyrus früh mit einer stark geprägten Persona umgehen. Nach ihrer Darstellung zeigte Parton ihr, dass eine Bühnen- oder Medienfigur nicht automatisch im Widerspruch zur eigenen Persönlichkeit stehen muss.

Ein wiederkehrendes Thema zwischen den beiden war Cyrus’ emotionaler Zugang zur Musik. Cyrus erzählte, dass sie bei Auftritten manchmal geweint habe. Parton habe Musik eher als Form des Eskapismus verstanden und ihr sinngemäß geraten, das Publikum durch die Musik hindurchkommen zu lassen. Cyrus habe darauf bestanden, dass ihre Gefühle eben zu ihr gehörten. Parton, so Cyrus, habe sie gerade dafür geliebt.

Eine besonders bewegende Erinnerung verbindet Cyrus mit dem NBC-Special „Miley’s New Year’s Eve Party“. Während des gemeinsamen Auftritts mit Parton zum Jahreswechsel 2022/2023 sangen beide „I Will Always Love You“. Cyrus wurde dabei nach eigener Schilderung emotional und dachte darüber nach, dass Parton nicht für immer da sein würde, um ihr bei schwierigen Lebensentscheidungen Orientierung zu geben.

Cyrus erklärte, viele ihrer stabilisierenden Wegbegleiter stammten aus einer älteren Generation. Diese Menschen hätten den Weg, auf dem sie heute gehe, Schritt für Schritt vorbereitet. Gleichzeitig werde es den Moment geben, in dem sie nicht mehr zum Telefon greifen könne, um Parton zu fragen, was als Nächstes zu tun sei. Für Cyrus sei Dolly jemand gewesen, der mit seinen Einschätzungen stets richtig gelegen habe.

Nach Partons Tod veröffentlichte Cyrus in den sozialen Medien eine emotionale Würdigung ihrer „Tante Dolly“. Sie schrieb, das Gefühl des Verlusts sei größer, als sie angemessen teilen könne. Als eines ihrer letzten Gesprächsthemen nannte sie Musik und Metamorphose und setzte dazu ein Schmetterlingssymbol. Der Beitrag und das Apple-Music-Interview zeichnen damit das Bild einer Beziehung, in der musikalischer Rat, familiäre Nähe und persönliche Orientierung eng miteinander verbunden waren.