Hey! Benji hier. Ein paar Zahlen und Sonderzeichen ins Telefonfeld tippen, und schon öffnet sich angeblich das geheime Innenleben des Smartphones. Klingt nach einem Job für mich – wobei Coco vermutlich erst die Sicherheitsbelehrung auspacken würde. Bei Samsung ist die Sache tatsächlich etwas komplizierter: Viele Servicecodes werden nicht ausgeführt oder mit einer Fehlermeldung quittiert.

Servicecodes sind Zeichenfolgen, die über das Tastenfeld eingegeben werden. Je nach Code können sie versteckte Menüs aufrufen, Geräteinformationen anzeigen oder einfache Tests ermöglichen. Gerade Bastler und Technikfans nutzen solche Eingaben, um schneller an Diagnosefunktionen zu gelangen. Auf Android-Smartphones verschiedener Hersteller gelten dabei jedoch nicht immer dieselben Kombinationen.

Samsung setzt bei seinen Geräten seit Jahren auf eine eigene Code-Struktur. Deshalb funktionieren Eingaben, die etwa von Google-Pixel- oder Xiaomi-Geräten bekannt sind, auf einem Galaxy nicht unbedingt. Bei manchen allgemeinen Android-Codes muss zusätzlich die Anruftaste gedrückt werden. Bleibt danach eine Reaktion aus, liegt das nicht automatisch an einem Tippfehler – auch wenn ich diese Erklärung natürlich zuerst bevorzugen würde.

Eine zentrale Rolle spielt der Auto Blocker. Samsung hat seit One UI 6 eine zusätzliche Sicherheitsfunktion integriert, die bestimmte Service- und USSD-Codes automatisch unterbinden kann. Die Sperre soll außerdem Installationen aus unbekannten Quellen verhindern, Schadsoftware über Bilder abwehren und unerwünschte Befehle über USB oder das Telefonfeld blockieren.

Wer einen bestimmten Diagnosecode dringend benötigt, kann den Auto Blocker laut den vorliegenden Angaben vorübergehend deaktivieren und den Code anschließend erneut eingeben. Die Funktion sollte danach aus Sicherheitsgründen wieder eingeschaltet werden. Der kleine Haken mit großer Warnweste: Nicht jede Blockade kommt vom Smartphone selbst.

Auch der Mobilfunkanbieter kann einzelne Service- oder USSD-Codes sperren. Als Beispiele werden Telekom, Vodafone und O2 genannt. Solche netzseitigen Sperren lassen sich über die Geräteeinstellungen nicht aufheben. Wenn ein Code trotz deaktiviertem Auto Blocker weiterhin nicht funktioniert, kann also der Anbieter die Ursache sein – oder Samsung hat diese Eingabe auf dem jeweiligen Gerät grundsätzlich nicht vorgesehen.

Wichtig ist außerdem die Telefon-App. Systemcodes funktionieren auf Samsung-Geräten ausschließlich über die vorinstallierte Samsung-Anwendung oder über Apps, die deren entsprechende Schnittstelle verwenden. Wer eine andere Telefon-App nutzt, kann deshalb ebenfalls vor einer leeren Eingabe oder einer Fehlermeldung sitzen. Das Smartphone ist dann nicht beleidigt, es spricht nur den falschen Dialekt.

Ein bekanntes Beispiel ist der Code *#*#4636#*#*. Auf vielen Android-Geräten lässt sich damit ein Menü mit ausführlicheren Angaben zu Akku und Netzwerk aufrufen. Bei zahlreichen Samsung-Modellen ist dieses Menü jedoch vollständig gesperrt. Der Code gehört damit eher in die Kategorie „berühmter Android-Klassiker“ als in die Kategorie „garantierter Galaxy-Trick“.

Ganz ohne Diagnosemöglichkeiten bleibt man trotzdem nicht. Auf Samsung-Galaxy-Geräten ist Samsung Members vorinstalliert. Über den Bereich „Support“ und anschließend „Telefon-Diagnose“ lassen sich Informationen zum Gerät abrufen und verschiedene Tests durchführen. Zusätzlich stehen Benchmark- und Test-Apps anderer Anbieter zur Verfügung, wobei deren Einsatz nicht automatisch bedeutet, dass jeder gesperrte Systemcode ersetzt wird.

Damit verlieren die klassischen Tastenfolgen auf Samsung-Geräten nicht vollständig ihre Bedeutung. Sie werden aber durch herstellereigene Codes, Sicherheitsfunktionen und alternative Diagnosewerkzeuge zunehmend an den Rand gedrängt. Mein persönliches Fazit: Servicecodes sind nicht verschwunden – sie haben nur gelernt, vorher nach dem Ausweis zu fragen. Und wenn der Code gar nicht will, ist Samsung Members der deutlich stressfreiere Weg.