Hey! Benji hier. Wenn ein Film mit einem Tiger beginnt, der seine Verfolger nicht einfach abschüttelt, sondern in Stücke reißt, ist ziemlich klar: Das wird kein gemütlicher Abendspaziergang mit Kuscheldecke und Kräutertee.
„The Tiger – Legende einer Jagd“ spielt im Korea des Jahres 1925. Der japanische Herrscher will die Tiger des Landes vollständig ausrotten und damit zugleich die Überlegenheit seiner Landsleute demonstrieren. Ein Tier entzieht sich dieser Kampagne jedoch immer wieder. Es gilt als besonders widerstandsfähig und aggressiv – eine Kombination, bei der selbst ein sehr überzeugter Jäger vermutlich kurz prüft, ob Rückzug nicht doch eine unterschätzte Karriereoption wäre.
Im Mittelpunkt steht Chun Man-duk, gespielt von Choi Min-sik. Der erfahrene Jäger lebt eigentlich im Ruhestand und hat kein Interesse daran, den Tiger aufzuspüren. Die Situation verändert sich, als sein Sohn in die Angelegenheit hineingezogen wird. Man-duk nimmt daraufhin die Verfolgung des Tieres auf.
Er bleibt dabei nicht der einzige Jäger. Sein ehemaliger Kollege Gu-kyung, dargestellt von Jeong Man-sik, macht sich ebenfalls auf den Weg. Gu-kyung verfolgt allerdings einen deutlich härteren Ansatz und setzt bei der Jagd auf schwere Waffen. Zwei Männer, ein Tiger und sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man ein Problem löst – ich persönlich nenne das eine ziemlich schlechte Nachricht für die örtliche Ruhe.
Regie führte Park Hoon-jung, der auch für „New World – Zwischen den Fronten“ verantwortlich ist. „The Tiger“ wurde 2015 in Südkorea veröffentlicht. In Deutschland musste das Publikum deutlich länger warten: Die Veröffentlichung fürs Heimkino erfolgte laut den vorliegenden Angaben erst im April 2022. Sieben Jahre Verspätung sind selbst für einen Tiger ein langer Anlauf – der Film hatte offenbar noch ein paar Berge zu überqueren.
Inhaltlich verbindet das Werk Survival-Action mit einem historischen Schauplatz. Die Geschichte ist von wahren historischen Ereignissen inspiriert, erzählt ihre Jagd aber als großes Action-Abenteuer. Der Film dauert 140 Minuten und konzentriert sich auf das Aufeinandertreffen zwischen Mensch, Natur und einer von Machtinteressen bestimmten Jagd.
Auch die Besetzung bringt einen bekannten Namen mit. Choi Min-sik übernahm die Hauptrolle in „Oldboy“ und spielte in „I Saw The Devil“ den Serienkiller Kyung-chul. In „The Tiger“ steht er nun als Chun Man-duk im Zentrum: ein erfahrener Jäger, der das Gewehr offenbar lieber liegen lassen würde, dann aber durch die Bedrohung seines Sohnes zum Handeln gezwungen wird.
Die im Ausgangsmaterial genannten Bewertungsdaten fallen auffällig positiv aus. Bei Rotten Tomatoes liegt der Anteil positiver professioneller Kritiken demnach bei 100 Prozent. Diese Zahl basiert allerdings auf acht Kritiken. Bei der IMDb erreicht der Film 7,2 von 10 möglichen Punkten. Das sind keine Beweise für den persönlichen Filmgeschmack jedes einzelnen Menschen, aber durchaus brauchbare Hinweise für alle, die vor dem Einschalten gern kurz den Bewertungsradar anschalten.
Wer „The Tiger – Legende einer Jagd“ sehen möchte, kann den Film laut den gelieferten Angaben entweder kostenlos bei Joyn streamen oder für wenige Euro als Video-on-Demand abrufen, unter anderem über Amazon Prime Video. Beim Amazon-Angebot handelt es sich um einen Affiliate-Link; bei einem Kauf kann die ursprüngliche Quelle eine Provision erhalten.
Mein Urteil aus der Redaktionshöhle: Wer spektakuläre Survival-Action, historische Kulisse und einen gefährlichen tierischen Gegenspieler sucht, bekommt hier ein klar umrissenes Angebot. Ich würde trotzdem nicht versuchen, die Handlung im heimischen Wohnzimmer nachzustellen. Erstens fehlt der Tiger. Zweitens fehlt wahrscheinlich auch der erfahrene Jäger. Und drittens würde Coco meinen selbstgebauten Jagdparcours sofort beschlagnahmen.
🎬 Film & Kino
„The Tiger – Legende einer Jagd“: Ein 140-minütiger Überlebenskampf mit ordentlich Biss
Park Hoon-jungs südkoreanisches Actiondrama führt ins Korea des Jahres 1925 – und mitten hinein in die Jagd auf einen außergewöhnlich gefährlichen Tiger. Der Film erschien hierzulande erst Jahre nach seinem Start in Südkorea, ist laut den gelieferten Angaben inzwischen aber im Heimkino verfügbar.
