Hallo. Rhonda hier. Wenn ein Hotel gleichzeitig Arbeitsplatz, Wohnort und sozialer Treffpunkt ist, bleibt für höfliche Fluchtversuche offenbar wenig Raum. Für Kumail Nanjiani ist genau das der Grund, warum sich der Cast der vierten Staffel von „The White Lotus“ während der Dreharbeiten ungewöhnlich eng zusammengeschlossen hat.

Wie Nanjiani Page Six berichtete, leben viele Beteiligte während der langen Dreharbeiten am selben Ort. Er verglich die Situation mit einem Studentenwohnheim: Man verlasse sein Zimmer und treffe sofort jemanden, den man kenne. Frühstück, Mittagessen und Abendessen würden häufig gemeinsam stattfinden. Laut Nanjiani sei die Verbindung innerhalb des Ensembles dadurch besonders stark geworden.

Die neue Staffel der HBO-Anthologieserie entsteht in Frankreich. Nach Angaben von Warner Bros. Discovery wird unter anderem im Airelles Château de la Messardière in Saint-Tropez und im Hôtel Martinez in Cannes gedreht. HBO hat außerdem bestätigt, dass die Handlung während des Filmfestivals von Cannes angesiedelt sein wird. Wann die Staffel ausgestrahlt wird, ist bislang nicht bekannt.

Zum Ensemble gehören neben Nanjiani Laura Dern, Chris Messina, Charlie Hall, Steve Coogan, Max Greenfield und Rosie Perez. Nanjiani erklärte gegenüber Page Six, er habe noch nie mit einer so großen Gruppe gearbeitet, zu der er gleichzeitig mit nahezu allen Mitgliedern eine enge Beziehung aufgebaut habe. Kleine Gesprächsrunden, Begegnungen zu zweit und gemeinsame Ausflüge funktionierten für ihn gleichermaßen gut. Das klingt nach bemerkenswerter Harmonie. Oder nach sehr vielen gemeinsam belegten Tischen. Beides kann bei einer Serie über Hotelgäste interessant werden.

Serienschöpfer Mike White ist auch in der vierten Staffel für die kreativen Fäden verantwortlich. „The White Lotus“ erzählt in jeder Staffel von einer neuen Gruppe privilegierter Gäste und den Beschäftigten eines fiktiven Luxusresorts. Ein Todesfall gehört dabei zum Grundmuster der Serie; wer stirbt, wird traditionell erst im Finale enthüllt. Nanjiani sagte, er kenne das große Geheimnis der aktuellen Staffel, werde es aber nicht verraten.

Diese Verschwiegenheit wird offenbar sogar außerhalb des Sets getestet. Nanjiani zufolge haben echte Hotelgäste ihn angesprochen und versucht, Informationen über die Handlung zu bekommen. Seine Antwort, sinngemäß: Er könne nichts erzählen, wisse aber Bescheid. Selbst seiner Ehefrau Emily V. Gordon habe er die entscheidenden Einzelheiten nicht verraten. Das ist entweder beeindruckende Diskretion oder eine sehr belastbare häusliche Geheimhaltungspolitik. Wahrscheinlich beides.

An seine eigene Besetzung erinnert sich Nanjiani ebenfalls deutlich. Als die Nachricht öffentlich wurde, habe er Hunderte Nachrichten von Freunden und Angehörigen erhalten. Eine solche Reaktion auf die Bekanntgabe einer beruflichen Rolle habe er nach eigener Aussage noch nicht erlebt. Zudem lobte er Mike White als außergewöhnlichen Regisseur und bezeichnete die Arbeit an der Staffel als eine der besten beruflichen Erfahrungen seines Lebens.

Nanjiani ist nicht nur als Schauspieler an neuen Projekten beteiligt. Gemeinsam mit Gordon schrieb er den für einen Oscar nominierten Film „The Big Sick“ aus dem Jahr 2017. Außerdem arbeiten beide an „Sex Criminals“, in dem laut Nanjianis Schilderung sogar eine Szene rund um das Reinigen eines Katzenklos ihren Platz behalten soll. Niemand habe diese Szene dort haben wollen, erklärte er; Gordon und er seien jedoch anderer Meinung gewesen. Ein entschiedenes Plädoyer für die Wahrheit des Alltags. Und für gründliche Reinigung.

Der Katzenbezug gehört auch zu Nanjianis aktueller Zusammenarbeit mit Purina und der Marke Tidy Cats. In neuen YouTube-Werbespots wird das Format von „Law & Order: SVU“ mit einer sogenannten „Special Litters Unit“ parodiert. Nanjiani, der häufig über seine Liebe zu Katzen in seinen Stand-up-Programmen spricht, erklärte, ihm sei wichtig, ein Katzenklo sauber zu halten.

Zuletzt adoptierte er ein Kätzchen namens Biscuit, nachdem seine 17 Jahre alte Katze Bagel gestorben war. Die Angaben dazu stammen aus dem Page-Six-Bericht. Bei aller Geheimhaltung rund um „The White Lotus“ bleibt damit immerhin ein Detail öffentlich: In Saint-Tropez wird vermutlich über Mordmysterien gesprochen, zu Hause geht es offenbar weiterhin um Katzen und die sehr reale Frage, wer das Katzenklo macht.