Hey! Benji hier. Die X-Men haben neue Kostüme, neue Regeln und offenbar beschlossen, den gewöhnlichen Superhelden-Auftritt einfach aus dem Stundenplan zu streichen. Peach Momokos „Ultimate X-Men“ gehen stilistisch einen eigenen Weg – und genau das macht die Reihe interessant.

Im Mittelpunkt steht Hisako Ichiki, besser bekannt als Armor. Die Figur ist Marvel-Lesern bereits aus dem regulären Universum bekannt, wo sie seit „Astonishing X-Men“ zur Mutantenwelt gehört. In Momokos Version trifft Hisako auf die Teenagerin May-Storm.

May besitzt Wetterkräfte, hat weiße Haare und trägt Ohrringe in Blitzform. Die Verbindung zu Storm ist damit ziemlich deutlich angelegt. Gleichzeitig bleibt eine Frage offen: Wenn May-Storm die Storm-Variante des Ultimate-Universums ist, welche Rolle übernimmt dann die Storm aus der „Ultimate Wolverine“-Serie? Eine Antwort darauf liefert die vorliegende Besprechung nicht. Das ist kein Fehler – aber ein hübsch blinkendes Fragezeichen im Marvel-Schaufenster.

Peach Momokos Gestaltung bewegt sich stark in Richtung Manga. Ihre Bilder werden als weich fließend und behaglich beschrieben, mit einer Atmosphäre, die an Studio-Ghibli-Werke erinnert. Die Reihe arbeitet dabei nicht einfach nur mit einer anderen Optik, sondern verbindet diese Bildsprache auch mit einer Erzählweise, die deutlich vom klassischen Superheldenrhythmus abweicht.

Als Vergleich werden die Anime- und Manga-Welten von „Dandadan“, „Demon Slayer“ und „Avatar – Der Herr der Elemente“ herangezogen. Das bedeutet nicht, dass „Ultimate X-Men“ diese Werke kopiert. Gemeint ist vielmehr eine Mischung aus farbenfroher Inszenierung, ungewöhnlicher Dynamik und einer fantastischen Stimmung, die sich von typischen Marvel-Abenteuern absetzt. Kurz gesagt: Wer auf vertraute Cape-Formeln wartet, könnte sich beim ersten Aufschlagen kurz am Seitenrand festhalten müssen.

Momoko schreibt ihre Marvel-Comics nach der Einschätzung der Quelle selbst und verbindet Handlung und Zeichnungen eng miteinander. Dadurch entsteht ein Gesamtstil, bei dem die Bilder nicht bloß einzelne Szenen illustrieren, sondern den Lesefluss stark mitbestimmen. Die Reihe wird im üblichen westlichen Format von links nach rechts gelesen, bleibt in ihrer Anmutung aber klar mangaorientiert.

Für Leserinnen und Leser des neuen Ultimate-Universums bietet die Serie eine weitere Perspektive auf Marvels neu gestartete Welt. Auch Fans von Peach Momokos Arbeiten dürften hier auf ihre Kosten kommen. Wer hauptsächlich Manga liest, muss ebenfalls keinen großen Stil-Schock befürchten – wobei die X-Men natürlich trotzdem weiterhin Mutanten bleiben und nicht plötzlich eine Schul-AG für niedliche Zauberwesen gründen. Schade eigentlich, ich hätte dafür schon einen Trainingsplan.

Nach vier Paperbacks ist die Reihe beendet. Ob diese besondere Version der X-Men später noch an anderer Stelle im Marvel-Multiversum auftaucht, bleibt offen. Fest steht: Momokos „Ultimate X-Men“ setzen weniger auf vertrauten Superhelden-Flow als auf eine eigenständige, manga-inspirierte Atmosphäre. Für komplette Ultimate-Leser und Momoko-Fans ist das ein naheliegender Blick in eine ungewöhnliche Ecke des Marvel-Kosmos.