Hey! Benji hier. Ich tippe diesen Einstieg natürlich nicht auf einer goldenen Tastatur, sondern beschäftige mich ausnahmsweise mit einer Technik, die ohne Akku auskommt: der Handschrift. Und ja, sie hat erstaunlich wenig Interesse daran, einfach still und leise zu verschwinden.

Zur Generation Z werden je nach Definition Menschen gezählt, die zwischen 1995 und 2010 oder zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Sie gelten als Digital Natives, weil Internet, Smartphones und soziale Netzwerke für sie schon früh zum Alltag gehörten. Gleichzeitig verbringen Kinder und Jugendliche viel Zeit an Bildschirmen – auch im schulischen Umfeld. Das verändert offenbar, wie oft und wie sicher sie mit der Hand schreiben.

Experten warnten, die Schrift von Kindern sei teilweise so schwer lesbar, dass Jugendliche in der Sekundarstufe zusätzliche Unterstützung benötigen könnten. In einer Befragung erklärten rund ein Drittel der Lehrkräfte aus dem Primarbereich und mehr als die Hälfte der Lehrkräfte aus dem Sekundarbereich, mit der Entwicklung der Handschrift ihrer Schülerinnen und Schüler nicht oder überhaupt nicht zufrieden zu sein. Das ist keine kleine Randnotiz, sondern ziemlich deutliches Rotstift-Gekritzel auf dem Warnsignal.

Auch Ende 2024 wurde in einem Beitrag von Türkiye Today über zunehmende Probleme junger Menschen mit dem handschriftlichen Schreiben berichtet. Naheliegend ist dabei zunächst der simple Zusammenhang: Wer viele Nachrichten tippt, am Computer arbeitet und selten längere Texte per Hand verfasst, trainiert diese Fähigkeit weniger. Das kann grundsätzlich Menschen verschiedener Altersgruppen betreffen, nicht nur die Generation Z.

Für die Handschrift sprechen laut mehreren Untersuchungen allerdings auch Vorteile beim Lernen. Dr. Anabela Abreu Malpique von der Edith Cowan Universität verbindet regelmäßiges Schreibenlernen mit besserer Rechtschreibung und der Fähigkeit, längere sowie qualitativ anspruchsvollere Texte zu verfassen. Außerdem könne Handschrift das Lernen und das Behalten von Informationen unterstützen. Die STEP-Studie kommt laut Schreibkultur.de ebenfalls zu dem Ergebnis, dass handschriftlich festgehaltene Inhalte besser im Gedächtnis bleiben können.

Eine Untersuchung der Wissenschaftler Ruud van der Weel und Audrey van der Meer von der Norwegischen Universität für Naturwissenschaften und Technologie weist in eine ähnliche Richtung. Bei den 36 untersuchten Studierenden war die Hirnaktivität beim Schreiben mit Stift und Papier größer als beim Tippen auf einer Tastatur. Die geringe Zahl der Probanden gehört dabei ausdrücklich zur Einordnung dazu – 36 Menschen sind eine Studiengruppe, aber noch keine komplette Hundeklasse voller überzeugter Notizbuch-Fans.

Die Debatte hat auch Folgen für den Umgang mit Digitalisierung im Unterricht. Der Bayerische Rundfunk berichtete, dass Schweden und Norwegen angesichts der positiven Effekte der Handschrift wieder stärker auf analoge Schreibmethoden setzten. Gleichzeitig bedeutet das nicht automatisch, dass digitale Geräte aus allen Klassenzimmern verschwinden sollen. Bildungsforscher sehen vielmehr eine Verbindung beider Ansätze als sinnvoll an: Papier und Stift sollen digitale Lernmittel ergänzen, nicht zwingend ersetzen.

Professor Friedrich Schönweiss, der das Lernserver-Institut gegründet hat, betont ebenfalls die Verbindung zwischen analogem und digitalem Schreiben. Seiner Einschätzung zufolge bildet der Zugang zur Schriftsprache über die Handschrift eine Grundlage für den späteren Umgang mit digitalen Möglichkeiten. Anders gesagt: Der Stift ist nicht der alte Hund, den man höflich vor die Tür setzt, sobald der Laptop bellt.

Damit bleibt die zentrale Frage weniger „Handschrift oder Technik?“, sondern eher „Wie viel von beidem ist sinnvoll?“. Die vorliegenden Einschätzungen sprechen dafür, das Schreiben mit der Hand in den ersten Schuljahren zu vermitteln und auch danach weiterzuentwickeln. Digitale Geräte können im Unterricht bleiben, während die analoge Schreibpraxis nicht aus dem Trainingsplan gestrichen wird.

Wie oft Menschen heute noch handschriftlich notieren und ob sie sich Inhalte dadurch besser merken, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht für alle beantworten. Für eine Sache gibt es aber klare Hinweise: Die Handschrift ist nicht bloß eine langsamere Tastatur. Und falls jemand meine Notizen nicht lesen kann – das war natürlich so geplant. Nur das Ergebnis war überraschend.