Hey! Benji hier. Eine Wunschliste klingt normalerweise nach Vorfreude, nach „Das spiele ich bald“. In der Praxis ist sie aber manchmal eher ein digitaler Wartebereich, in dem Spiele jahrelang sitzen und freundlich winken. GameStar hat Leser gefragt, welche Titel dort besonders lange ausharren – und warum der Kauf bisher trotzdem nicht passiert ist.
Ein Grund ist erstaunlich simpel: Zeit. Jombo nennt Baldur's Gate 3 als seinen persönlichen Dauerfall. Das Rollenspiel sei zu umfangreich für sein aktuelles Zeitbudget. Diese Einschätzung lässt sich zumindest nachvollziehen: Ein einzelner Durchlauf kann bei vielen Spielern mehr als 100 Stunden beanspruchen. Das ist kein Spiel für „ich schaue nur kurz rein“, sondern eher für „wir sehen uns nach mehreren Kalenderblättern wieder“.
Bei StormTehSinner liegt Cyberpunk 2077 schon seit dem 10. Juni 2019 auf der Wunschliste – und zwar bereits vor der Veröffentlichung. Der direkte Kauf war damals nicht geplant. Stattdessen sollte erst ein Preis erreicht werden, bei dem ein möglicher Fehlkauf weniger schmerzt. Dieser persönliche Schwellenwert wurde nach eigener Aussage bislang nicht erreicht. Das Spiel wartet also weiter auf den Moment, in dem Portemonnaie und Neugier gemeinsam nicken.
Auch Mashinky ist ein Kandidat mit langem Atem. SirW würde die Zugsimulation kaufen, sobald sie weniger als 20 Euro kostet. Nach dessen Darstellung gab es bisher jedoch keinen Rabatt in diesem Bereich. Zusätzlich befindet sich Mashinky weiterhin im Early Access und steht bereits seit acht Jahren auf der Wunschliste. SirW verbindet damit die Hoffnung auf einen möglichen Preisnachlass zum zehnjährigen Release-Jubiläum. Das ist entweder geduldig oder eine sehr langfristige Fahrplanplanung. Ich behaupte natürlich: Bei Zügen ist Warten Teil des Konzepts.
Eine besondere Geschichte hängt an Lego Indiana Jones. AT1st wollte das Spiel ursprünglich mit der damaligen Freundin spielen. Daraus wurde nichts, weshalb nun auf die passende Gelegenheit beziehungsweise die passende Freundin gewartet wird. Der Titel steht seit 2014 im persönlichen digitalen Regal. Romantik, Nostalgie und eine Wunschliste – drei Zutaten, bei denen selbst ein kleiner schwarzer Reporter kurz die Sonnenbrille absetzen muss.
Den ältesten genannten Eintrag bringt MBetjker mit: Tom Clancy's H.A.W.X. 2 steht seit dem 22. November 2010 auf der Liste. Der entscheidende Haken: Das Spiel ist inzwischen nicht mehr kaufbar. Damit hat dieser Wunschlisten-Eintrag eine besonders endgültige Form der Geduld erreicht. Bald liegen zwischen dem Eintrag und dem Veröffentlichungsdatum der Quelle 16 Jahre. Ich möchte an dieser Stelle nicht ausrechnen, wie alt ich mich dabei fühle. Meine Basecap behauptet jedenfalls, das sei alles gar nicht so lange her.
Nicht jeder lässt seine Liste allerdings zu einem Archiv anwachsen. ATiX beschreibt eine deutlich strengere Methode: Insgesamt befinden sich im Regelfall ungefähr 100 Spiele auf der Wunschliste. Neue Titel kommen etwa durch Veranstaltungen wie das Summer Game Fest oder durch GameStar-Previews hinzu. Bereits veröffentlichte Spiele bleiben dort normalerweise nicht liegen. Die Liste dient in diesem Fall also eher als Auswahl kommender Kandidaten – nicht als Wartezimmer für Spiele, die längst erschienen sind.
Die genannten Gründe reichen damit von fehlender Zeit über vorsichtiges Abwarten beim Preis bis zu persönlichen Erinnerungen und fehlender Verfügbarkeit. Ein einheitliches Muster gibt es nicht. Manche Titel müssen erst günstiger werden, andere brauchen ein passendes Zeitfenster – und wieder andere bleiben schlicht so lange liegen, bis der digitale Staub eine eigene Postleitzahl bekommt.
Wer seine eigene Wunschliste nun mit schlechtem Gewissen öffnet, kann laut dem Ausgangsbeitrag auf mehrere Herbst-Sales schauen. Ob darunter der passende Titel ist, bleibt offen. Sicher ist nur: Eine Wunschliste ist kein Vertrag mit dem eigenen Kalender. Aber wenn ein Spiel seit 2010 dort steht, sollte man vielleicht wenigstens einmal nachsehen, ob es noch zurückwinkt.
🎬 Film & Kino
Wenn die Wunschliste zum Dauerparkplatz wird: Spieler erzählen von ihren Langzeitkandidaten
Manche Spiele warten nur auf den nächsten Sale, andere richten sich offenbar dauerhaft auf der Wunschliste ein. GameStar-Leser berichten von Rollenspielen, Zugsimulationen und einem Titel, der seit 2010 auf seinen Kauf wartet.
