Hey, Benji hier – und ich habe ja schon einige schlechte Orte für einen Ausflug gesehen. Ein dunkler Keller, ein verlassener Wald, vielleicht auch Cocos Küche nach einem Backexperiment. Aber das Innere eines Pottwals? Das ist dann doch eine ziemlich ambitionierte Wahl für den nächsten Kinobesuch.

Genau dort landet Jay Gardiner, die Hauptfigur aus „Whalefall“. Der junge Taucher ist im Pazifik unterwegs, weil er die sterblichen Überreste seines verschollenen Vaters Mitt finden will. Die Beziehung zwischen Jay und seinem Vater war kompliziert. Von einer ruhigen Suche nach Antworten kann deshalb keine Rede sein – und unter Wasser wird die Angelegenheit erst recht unangenehm.

Jay wird von einem riesigen Pottwal verschluckt. Nicht symbolisch, nicht in einer besonders dramatischen Rückblende und auch nicht als Reiseangebot mit zweifelhafter Sicherheitsbilanz: Er befindet sich anschließend tatsächlich im Inneren des Tieres. Der Trailer setzt dabei auf eine beklemmende Survival-Situation, in der der verfügbare Platz ungefähr so großzügig wirkt wie mein persönlicher Geduldsfaden, wenn jemand meine Snacks anfasst.

Das Zeitlimit macht die Lage noch härter. Jay bleiben 60 Minuten, bevor sein Sauerstoff aufgebraucht ist. Um dem Tier zu entkommen und lebend davonzukommen, muss er auf die Erfahrungen zurückgreifen, die ihm sein taucherfahrener Vater vermittelt hat. Ob diese Erinnerungen genügen, beantwortet der Trailer noch nicht. Das fertige Kinoerlebnis soll sich laut den vorliegenden Eindrücken jedenfalls stark auf die klaustrophobische Ausnahmesituation konzentrieren.

Die Hauptrolle übernimmt Austin Abrams, bekannt aus „Wolfs“. Als Jays Vater Mitt ist Josh Brolin zu sehen. Für die beiden Schauspieler ist „Whalefall“ nicht die erste gemeinsame Produktion: Erst im vergangenen Jahr traten sie zusammen in „Weapons“ auf. Außerdem gehörten beide bereits 2013 zur Besetzung des Crime-Thrillers „Gangster Squad“. Hollywood nennt das vermutlich eine Reunion. Ich nenne es: zwei Leute, die sich offenbar auch nach mehreren gemeinsamen Filmen noch freiwillig begegnen.

Zum weiteren Cast gehören Elisabeth Shue, John Ortiz, Jane Levy und Emily Rudd. Die Regie führt Brian Duffield. Er schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Daniel Kraus, dessen gleichnamiger Roman als Vorlage für den Film dient. Duffield inszenierte zuvor „No One Will Save You“, einen Film, der laut den gelieferten Informationen ebenfalls aus einer ungewöhnlichen Ausgangsidee Spannung entwickelte.

Der Trailer folgt auf einen ersten Teaser, der bereits eine düstere Atmosphäre des Films angekündigt hatte. Nun gibt es mehr Eindrücke von Jays Kampf unter Wasser und im Körper des Wals. Der große Kniff der Geschichte erinnert dabei an bekannte Erzählmotive wie Pinocchio oder die biblische Jona-Figur – nur dass Jay vermutlich deutlich weniger Interesse an einer längeren Aufenthaltserlaubnis im Wal hat.

Ob der Taucher entkommt, bleibt vorerst offen. Sicher ist dagegen der deutsche Kinostart: „Whalefall“ soll am 15. Oktober 2026 auf der großen Leinwand erscheinen. Bis dahin kann man sich fragen, ob 60 Minuten Sauerstoff viel oder wenig sind. Meine fachkundige Einschätzung als selbst ernannter Stuntman: Für einen gemütlichen Tauchgang eher knapp. Für eine Wal-Innenbesichtigung: absolut keine Verlängerung buchen.